Gallensteinleiden, Gallenblasenoperation
Jeder 20. Mitteleuropäer mittleren Alters ist Gallensteinträger. Jenseits des 50. Lebensjahres sind ein Drittel, jenseits des 70. Lebensjahres zwei Drittel der Bevölkerung davon betroffen. Das Verhältnis weiblich zu männlich beträgt etwa 3:1.
Die häufigste Ursache von Gallenbewegen sind die Gallensteine.
Gallensteine bestehen zumeist aus Cholesterin und Bilirubin. Meist entstehen sie durch ein Ungleichgewicht der chemischen Zusammensetzung der Galleflüssigkeit.
Vor allem übergewichtige Frauen mittleren Alters sind vom Gallensteinleiden betroffen.
Weitere genetische Faktoren neben dem Übergewicht sind hormonelle Faktoren, die Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen und Entzündungen des Dünndarmes, wie z.B. Morbus Crohn.
Die Symptome des Gallensteinleidens bestehen in kurzseitigen oder lang anhaltenden Schmerzen auch in Bezug zur Nahrungsaufnahme im rechten Oberbauch sowie krampfartige kolikartige Beschwerden an gleicher Stelle, meist in den Rücken oder in die Schulter ziehend.
Es besteht keine Korrelation zwischen der Stärke der Beschwerden und der Steingröße.
Auch winzige Steine können schwerste Koliken verursachen, oft sind fortgeschrittene Steinleiden mit großen Solitärsteinen symptomlos.
Die Diagnose des Gallensteinleidens wird zumeist durch Ultraschall gestellt.
Wenn die Gallensteine symptomatisch werden, d.h. es entstehen Koliken und Schmerzen des Oberbauches besteht Anlass zur operativen Therapie , zur Gallensteinentfernung.
Es gilt durch einen frühen Wahleingriff Komplikationen ,wie Steineinklemmung in den Gallengängen mit Aufstau in den Gallenwegen mit nachfolgender Gelbsucht oder Vereiterung der Gallenblase zu vermeiden.
Im Falle einer schwerst akuten Gallenblasenentzündung kann eine Notoperation notwendig sein.
Die Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie) wird heute als Standardeingriff minimal invasiv, d.h. durch Laparoskopie durchgeführt.
Drei bis vier kleine Schnitte im Bereich des Nabels und unter dem rechten Rippenbogenrand erlauben den Zugang mit kleinen Hülsen und den entsprechenden Operationsinstrumenten.
Unter Sicht einer Kamera kann das Operationsgebiet gut eingesehen und die Entfernung der Gallenblase über eine Erweiterung eines Zuganges vonstatten gehen.
Krankheitsdauer bei der minimal-invasiven laparoskopischen Methode ist gegenüber den früher offenen Methoden erheblich verkürzt.
Nur noch wenige Tage Krankenhausaufenthalt und kurzfristige Wiedereingliederung ins Berufleben oder ins Familienleben sind notwendig.
