Brüche der Bauchwand (Hernienchirurgie)
- Operative Versorgung der Leisten- und Schenkelbrüche durch offene Verfahren mit Naht sowie mit Netz sowie endoskopische Verfahren mit Netzplastik
- Operative Versorgung von Oberbauch- und Nabelbrüchen
- Reparation aller Narben- und Wiederholungsbrüche der Leiste sowie der gesamten Bauchdecke mit endoskopischer oder konventioneller Bauchwandrekonstruktion, u.a. Mit Netzplastiken.
Leistenbruch
Die Leistenbrüche entstehen im Bereich natürlich angelegten Lücken der Bauchwand im Bereich der rechten und linken Leiste, der Verbindungslinie zwischen Beckenkamm und Schambein entsprechend.
Wir sprechen von Leistenbrüche bei einem Defekt oberhalb dieser Verbindung, welche man Leistenband nennt und bei einem Schenkelbruch bei einem Defekt unterhalb des Leistenbandes.
Durch diese natürlichen Lücken, durch welche beim Mann die Samenstränge mit Begleitmuskel und Gefäßen führen, bei der Frau das Mutterband, stülpt sich vom Bauchraum her das Bauchfell mit Darmanteilen vor.
Im Bereich des Schenkelbruches treten Bruchanteile entlang der großen Oberschenkelgefäße, der Oberschenkelarterie, der Oberschenkelvene sowie des Oberschenkelnerves hervor.
Durch diese natürliche Lücke wird mit einem Bruch mit entsprechendem Inhalt, wie Darmanteile, ausgefüllt.
An Symptomen bei den verschiedenen Bruchformen finden wir Ziehen im Bereich der Leiste, eine passagere oder eine bleibende Vorwölbung oberhalb oder unterhalb des Leistenbandes, Brennen in dieser Region oder bei einer Einklemmung akute Beschwerden mit einer harten Vorwölbung vor.
Alle Bruchformen, kleinere wie größere Brüche, insbesondere eingeklemmte Brüchen, bedürfen einer operativen Therapie.
Bei einer bestehenden Hernie, wie am die Brüche nennt, ohne wesentlichen der genannten Probleme sprechen wir von einer relativen Operationsindikation, d.h. der Eingriff kann zeitlich nach Wahl des Patienten durchgeführt werden.
Im Falle einer Einklemmung sollte insbesondere mit akuter Schmerzverhärtung und Verfärbung der Eingriff innerhalb 24 Stunden, möglichst sofort, durchgeführt werden, damit keine wichtigen inneren Organe durch Abklemmung und Durchblutungsstörungen bleibend geschädigt werden.
Die moderne Leistenbruchchirurgie kennt folgende Operationsmethoden:
- Die klassische Operationsmethode mit einer Naht. Hier werden anatomisch die Schichten dargestellt und nach Rekonstruktion der Bauchschichten diese mit einer fortlaufenden Naht vierreihig vernäht.
- Bei der weiteren offenen Operationsmethode wird
ein Kunststoffschirm eingebracht, und ein
Kunststoffnetz zur Verstärkung auf die zu weiche Wand der Leiste
aufgesteppt (Plug and Patch).
Die modernen Kunststoffnetze, teilweise mit auflösbarem Fadenmaterial, sind extrem dünn und bilden somit eine kleine Oberfläche aus bleibendem reizlosem Kunststoffmaterial.
Sinn der Netzverstärkung ist die Bildung von Fibringewebe als Reaktion auf den Fremdkörper und damit die natürliche Verstärkung mit körpereigenem straffen Bindegewebe. -
Eine sinnvolle Ergänzung der beiden genannten offenen Methoden mit Naht und Netzverstärkung ist die endoskopische Operationsmethode.
Vom Prinzip her der Methode 2 mit Netzgewebe ähnlich wird das Netzgewebe nicht von außen auf die Muskulatur aufgetragen, sondern von innen unter der Muskulatur befestigt und somit die Tragfähigkeit der Leiste von innen her verstärkt.
Bei der endoskopischen oder minimal-invasiven Operationsmethode unterscheiden wir die Methode durch Einbringen über den Bauchraum sowie die Methode durch Einbringen über die Bauchdecke.
Nach Einstich im Bereich des Nabels lässt man CO2 Gas in den Bauchraum einströmen, die Bauchdecke hebt sich hier von den inneren Organen ab und der Bruch kann innerlich im Bauchraum im Bereich der Leiste sehr gut dargestellt werden.
Zunächst schaut man die übrigen Organe des Bauchraumes auf krankhafte Veränderungen an, anschließend wird nach Kopftieflagerung des Patienten das Bauchfell von innen mit dem Bruch, der sich nach außen stülpt abgelöst, das Netz von innen unter Schonung der wichtigen Gefäße und des Samenstranges mit Unterbrückung der Lücke an die Muskulatur mit Fäden oder Titanclips fixiert. Anschließend wird das Bauchfell wieder mit Naht oder Clips verschlossen.
Diese Methode lässt leicht in einer Operation eine Versorgung einer zweiten Hernie auf der Gegenseite zu. Zudem ist sie ideal geeignet Zweitbrüche, d.h. Rezidivbrüche von innen her zu versorgen, um somit einen definitiv besseren Verschluss zu gewährleisten.
Bei der äußeren Methode mit Schnitt, wobei es gleich ist, ob die Naht- oder Netzmethode durchgeführt wird, ist eine Operation in einer regionalen Anästhesie möglich, d.h. Spinalanästhesie oder örtliche Betäubung, im Falle einer endoskopischen laparoskopischen Operation muss eine Vollnarkose durchgeführt werden.
Für weitere Informationen stehen wir gerne in einem persönlichen Gespräch Ihnen zu Verfügung.
