Chronik des Krankenhauses St. Josef in Rüdesheim am Rhein
Bereits vor 1314 bestand am Rhein ein Hospital in der Nähe der Brömserburg, das auch Kranke zur Pflege aufnahm.
Im Jahre 1320 stiftete die Witwe des Ritters Giselbert ein Haus am Markt bei dem Brunnen, zur Pflege von Pilgern. Dieses Haus war das frühere Küsterhaus, Kellerstr. 1, was sich bei dessen Wiederaufbau zeigte.
Krankenhaus St. Josef
Im Jahre 1373 wird ein Haus unter der Burg "Das neue Spital" genannt. Ein Beweis dafür, dass schon sehr lange ein Hospital bestand, aber danach baufällig war.
Im Mittelalter bestand vor dem Eibinger Tor ein Siechhaus zur Pflege von Menschen mit ansteckenden Krankheiten. Dazu gehörte auch ein "Todtenhof" wie wir dem Stockbuch entnehmen.
Im Jahre 1517 wurde lt. Schlussstein ein neues Hospital erbaut. Dieses befand sich zwischen Hahnengasse und Mosesgasse. Es übte seine Tätigkeit aus bis etwa zum Jahre 1820, wonach es zu einem Anbau des "Darmstädter Hofes" veräußert wurde. Als Ruine des 2. Weltkrieges im Jahre 1975 abgerissen.
Im Jahre 1856 kam die erste der Dernbacher Schwestern nach Rüdesheim am Rhein zur Pflege des Herrn Ostheim, der in der Schmittstraße 8 wohnte.
Im Jahre 1877 zogen diese Schwestern in das Reichert'sche Anwesen auf dem Markt 22 und pflegten die Rüdesheimer Kranken ambulant.
Im Jahre 1884 erließ der Elisabethenverein einen Spendenaufruf zur Einrichtung eines Krankenhauses im Hause Markt Nr. 22. Eine zu demselben Zweck veranstaltete Lotterie brauchte keine Steuern zu entrichten.
Im Jahre 1885 war der zweistöckige Krankenhausbau fertiggestellt. Er enthielt im Parterre Besuchszimmer und Waschküche und in jedem Stockwerk je 3 Krankensäle für weibliche und männliche Patienten.
Am 15. April 1885 wurde von der königlichen Regierung die Genehmigung erteilt, im Altbau des Schwesternwohnheimes auch Kranke aufzunehmen und zu pflegen.
1897 reichte das Krankenhaus am Markt nicht mehr aus. Es wurden Pläne für ein neues und größeres Haus entworfen. Am 24. November 1899 wurde von der Regierung der Bau eines neuen Krankenhauses genehmigt.
Am 01. November 1902 wurde das Krankenhaus St. Josef feierlich eingeweiht. Die Anstalt hatte 14 Zimmer mit 31 Betten, eine Wohnung für Schwestern im Dachgeschoss, 1 Operationsraum, je ein Bad für Männer und Frauen, 1 Warteraum, 2 Teeküchen, 1 Sprechzimmer und eine Hauskapelle. Ein Speiseaufzug und eine Isolierstation für ansteckende Kranke waren ebenfalls vorhanden, mit gesondertem Eingang von Osten.
Im Jahre 1932 war die erste Erweiterung des St. Josef Krankenhauses nötig, indem man einen Anbau nach Norden hin schuf, der u. a. die Kapelle aufnahm und auch mehr Krankenbetten ermöglichte. In beiden Weltkriegen wurde unser Krankenhaus als Lazarett eingerichtet.
1940/41 baute man an die Ostseite einen dringend benötigten Personenaufzug an. Im Jahre 1955 wurde durch den Bevölkerungszuwachs ein größerer Erweiterungsbau nach Westen nötig, welche im Jahre darauf fertiggestellt wurde, ebenso ein Schwesternwohnheim nach Norden hin.
Im Jahre 1965 nach längerer Bauzeit wurde das Krankenhaus zu einem Vollkrankenhaus erweitert. Es erhielt hierzu eine neue Operationsabteilung, einen Bettentrakt, eine medizinische Badeabteilung, ein Personalwohnheim, eine Ärztewohnung, eine neue Verwaltungsabteilung, eine Schwesternklausur und eine neue Kapelle. Die Bettenzahl stieg auf 180 Betten an.
Neubaueinweihung 1965
Am 30. September 1982 verließen die Dernbacher Schwestern das Krankenhaus. Als Gründe wurde Überalterung und mangelnder Nachwuchs angegeben. Der Übergang zum weltlichen Pflegepersonal ging reibungslos vonstatten, da rechtzeitig Vorsorge getroffen wurde.
Dernbacher Schwestern
Im Jahre 1985 Eröffnung der Intensivabteilung.
Im Jahre 1987 erfolgte die Umwandlung der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe von einer Belegabteilung in eine hauptamtlich geführte eigenständige Abteilung.
1993 - Kündigung des Versorgungsvertrages durch die Länderverbände der Krankenkassen.
1995 - Übernahme der Versorgungsverträge für den gesamten Rheingau; das Krankenhaus Eltville geht außer Betrieb.
1995 - Installation eines "OP-Containers" zur Erhöhung der OP-Kapazität.
1996 - Erweiterung der Intensivabteilung durch 2 Beatmungsplätze.
1999 - Einführung eines CT-Gerätes
Nach 2 jähriger Bauzeit wird ein Erweiterungsbau mit je einer internistischen und einer chirurgischen Bettenstation und OP-Abteilung mit 3 OP-Sälen in Betrieb genommen. Die Anzahl der Betten auf 200 erhöht.
Neubau 2000
