Diagnostik
Harninkontinenz und Senkungsleiden sind zwei Seiten einer Medaille.
Die Blase arbeitet wie ein Wasserreservoir. Innen ist sie von Schleimhaut überzogen, außen umgeben von Muskelfasern. Während der Blasenfüllung sind die Muskelfasern schlaff, bei der Blasenentleerung ziehen sie sich zusammen.
Bei der Harnröhre ist es gerade umgekehrt. Sie ist ein Ablaufrohr mit Verschlussapparat, innen von Schleimhaut ausgekleidet, außen von Muskelfasern umgeben. Während der Blasenfüllung sind die Muskelfasern gespannt und die Harnröhre geschlossen, bei der Blasenentleerung sind die Muskelfasern schlaff und die Harnröhre offen. Die Blase und die Harnröhre, aber auch die Scheide und Gebärmutter werden gestützt bzw. verschlossen von Muskulatur und Bindegewebe. Diese Organe liegen in einer engen Beziehung zueinander und deren optimales Zusammenspiel garantieren den oben beschriebenen Mechanismus. Reißen diese Strukturen aus ihrer Verankerung wie z.B. nach Geburten oder verlieren sie altersbedingt an Elastizität, so kommt es zu Lageverschiebungen. Häufig sind diese Befunde nicht sehr deutlich und nur für den erfahrenen Untersucher zu erkennen. Stärkere Ausprägungen wie das Vordrängen der Blase oder des Darmes nach außen durch die Scheide können von Ihnen selbst wahrgenommen werden.
Senkungszustände und Harninkontinenz gehören zusammen. Wir müssen also vor der Behandlung genauestens diese Defekte untersuchen. Denn eine ausschließliche Therapie der Inkontinenz ohne Beachtung der Senkung kann schlimmste Folgen wie Harnverhalt, erhöhten Restharn mit Blasen- und Nierenentzündungen, dauerhaften Harndrang usw. zur Folge haben.
