Urodynamik

In der Regel wird die Untersuchung bei Harninkontinenz erforderlich sein, seltener bei einem Senkungsleiden. In den allermeisten Fällen benötigen wir für diese Untersuchung Ihr Miktionstagebuch und eine ausreichende Vor-östrogenisierung. Daher wird selten beim Erstkontakt eine Urodynamik durchgeführt. Die Regel ist die Terminierung der Urodynamik in einer zweiten Sitzung, oft in der Kombination mit einer Zystoskopie, wenn es sich um die Abklärung einer Dranginkontinenz handelt. Die Urodynamik vor Inkontinenz-eingriffen erfolgt in der Regel am Tag vor dem geplanten Eingriff.
Für diese Fragestellung kann dann auch eine von einem Urologen außerhalb durchgeführte Blasendruckmessung vorgelegt werden, wenn diese bereits gemacht wurde.

Durch eine urodynamische Messung wird der Blasendruck in Ruhe und  bei Volumenbelastung untersucht, des weiteren wird die Harnröhre in ihrer Ausdehnung und in ihrer Funktionalität vermessen und abschließend das Entleerungsverhalten der  Blase protokolliert.

Bei der Urodynamik wird ein sehr dünner Katheter in die vorher entleerte Harnblase eingeführt, die Blase wird mit Kochsalzlösung aufgefüllt und das Urodynamik-Messgerät bewegt in einer bestimmten Phase der Untersuchung den Katheter sehr  langsam (und schmerzfrei) durch die Harnröhre hin und her. Während der Untersuchung erhalten Sie Aufforderungen kurze Hustenstöße von sich zu geben. Die gesamte Untersuchung dauert etwa 15 bis 20 Minuten und ist nicht schmerzhaft. Sie gibt uns aber wichtige Informationen zur Unterscheidung von Stress- und Dranginkontinenz. In bestimmten Fällen von Drangsymptomen wird die Blase zusätzlich mit einer Kaliumlösung gefüllt und dabei eine Druckmessung durchgeführt, wir bezeichnen diese Untersuchung als „Differential-Urodynamik“. Kommt es bei der Anwendung von Kaliumchlorid-Lösung zu Blasenkontraktionen, kann dies ein Zeichen für die  Schädigung der Blasenwand sein (sog. „GAG-Schutzschichtdefekt“), bisweilen ergibt sich aus dieser Untersuchung auch ein erster Anhalt für das Vorliegen einer sogenannten „Interstitiellen Zystitis“. Diese Erkrankung erfordert eine komplett andersartige Therapie, damit stellt die Urodynamik bzw. deren Ergebnis die Weichen für eine optimale Behandlung.

Zurück