Neven- und Gefäßchirurgie
- Chirurgie der Krampfader nach Stadieneinteilung
- Lokalbehandlung des Ulcus cruris mit modernster Wundbehandlung
- Beseitigung des orthostatischen Kompartmentsyndromes
- Operation der Nervenkompressionssyndrome an Arm, Hand und Fuß, Carpaltunnelsyndrom, Tarsaltunnelsyndrom etc. siehe auch dort.
Krampfadern / Venenerkrankungen
Die primär familiär bedingte Krampfadererkrankung ist häufig. Von der erwachsenen Bevölkerung sind ca. 10 bis 50% der Menschen betroffen.
Die Erkrankung beruft auf einer erblich bedingten strukturellen Schwäche der Venenhaut, meist geht sie auch mit anderen Bindegewebsschwäche, wie Neigung zu Bruchbildung, Leiste oder Schenkelhernie, Senk-Spreizfuß-Bildung einher.
Eine fortschreitende Degeneration der Venenwand mit zunehmendem Alter spielt als Ursache der Varizenbildung eine entscheidende Rolle.
Die dadurch Erweiterung der Vene lässt sekundär die Venenklappen schlussunfähig werden.
Langes Stehen und Sitzen, Heben von Lasten und Schwangerschaften begünstigen die variköse Degeneration.
Wir unterscheiden folgende Varizenarten:
- Besenreiser
Die Besenreiser haben nur kosmetische Bedeutung. Es handelt sich um feinste Venenausweitungen in der Haut, vorzugsweise an den Oberschenkel von Frauen -
Retikuläre Varizen (netzartige Krampfadern)
Die retikuläre Varizen sind vor allem an Unterschenkel und an der Kniekehle lokalisiert. Sie bestehen aus netzartigen Erweiterungen unter der Haut liegender Venen und verursachen überhaupt nur geringe Beschwerden. - Stamm- und Seitenastvarikose
Bei der Stamm- und Seitenastvarikosis sind die betroffenen Venen abnorm weit und verlaufen meist geschlängelt. Die oberflächlich gelegenen wandschwachen Seitenäste erkranken im Allgemeinen am schwersten, weniger die Venen des Hautstammes, da diese noch zusätzlich von einer bindegewebigen Hülle umgeben sind. - Insuffiziente Perforansvarikose
Die Perforansvenen sind die Verbindungsvenen von den tiefen zu den
oberflächlichen Venen bis die durch die Varizen des Ober- und
Unterschenkels. Bei der mangelnden Schlussfähigkeit dieser Venengruppe
entsteht mit der Zeit eine chronisch-venöse Insuffizienz (CVI) mit den
Folgen:
- Gewebsschwellungen (Ödem)
- Induration (Verhärtung)
- Hyperpigmentation (Atrophie der Haut) und letztlich
- Geschwürsbildung (chronisch venöses Ulcus cruris)
- Sekundäre Varizen
Diese Varikose ist eine Insuffizienz des tiefen Venensystems, welche nach tiefer Venenthrombose erworben wird.
Symptome der Varikosis:
Man findet geschlängelt verlaufende erweiterte unter der Haut liegenden Venen, insbesondere von Unter- und Oberschenkel. Anfangs sind diese Veränderungen ohne Symptome, später treten Müdigkeit in den Extremitäten sowie Brennen und Schmerzen auf. Insbesondere beim langem Stehen werden die Beschwerden verstärkt, das Hochlagern der Beine lindert das Beschwerdebild.
Der operativen Therapie geht eine Diagnosefindung voraus.
Im Wesentlichen wie die Diagnostik klinisch bezeichnet durch Inspektion und Befühlen, durch Ultraschallsonografie sowie Duplexsonografie der Venen gestellt. Weiterhin sind aufwendigere phlebologische Untersuchungen im Zweifel angezeigt.
Chirurgische Therapie: Je nach Grad der Varizenbildung werden kosmetisch störende oder symptomatische Varizen operativ chirurgisch oder mit Sklerosetherapie behandelt.
Flankierend ist immer zumindest die passagere Kompressionstherapie mit Kompressionsstrümpfen angezeigt.
Die konservative Therapie wird bei Besenreiser, retikulären Varizen sowie geringer Seitenastvarikose durch Verödung durchgeführt. Die Verödungstherapie kann auch im Anschluss an eine operative Krampfadertherapie ergänzt durchgeführt werden.
Bei der operativen Kontrolle der Stammvarikosis, d.h. der Vena saphena magna wird von der Leiste bis zum Innenknöchel mit Hilfe eines sogenannten Venenstrippers entfernt, kleinere Seitenäste werden mit Miniincisionstechnik dargestellt, mit einer gebogenen Nadel, analog Häkelnadel, hervorgezogen und zerstört. Die Behandlung schadhafter Perforansvenen wird mit minimal-invasiver Technik durchgeführt und nach endoskopischer Darstellung der Perforansvenen vor der Durchtrittsstelle durch die Fascie werden die Venen nach Verödung durchtrennt.
Prinzip der Varizenchirurgie ist, die mögliche Schonung der Hauptvene der Vena saphena magna, welche einen erstklassigen Arterienersatz beim Coronarbypass des Herzens oder in der peripheren Arterienchirurgie der Verschlusskrankheit der Beinarterien darstellt.
Die stadiengerechte Einteilung bestimmt das Ausmaß der chirurgischen Therapie.
