Schlingenoperationen

Die Kunst in unserem Fach besteht darin die Blase soweit abzudichten, dass es zu keinem unwillkürlichen Urinverlust mehr kommt aber gleichzeitig ein restharnfreies Entleeren möglich bleibt. Dies wird in der modernen Inkontinenztherapie durch das Einlegen von Schlingen unter die Harnröhre erreicht. Sie erhält dadurch ein Widerlager und die Abdichtungsfunktion wird wiederhergestellt.

Transobturatorielle Schlingen (TO)

Hier geht der Weg durch die Leistenbeuge, durch eine Öffnung des Beckenknochens dem sog. Foramen obturatorum. Ein korkenzieherartig gewundener Dorn wird durch diese Pforte eingebracht und unterhalb der Harnröhre aus der Scheide wieder herausgeführt. An der Spitze wird das Band befestigt und wie mit einer Häkelnadel durch den Stichkanal zurückgeführt. Spiegelbildlich wird auf der gegenüberliegende Seite in gleicher Weise vorgegangen. Nun liegt das Band unter der Harnröhre, die Ausstichwunde wird mit zwei Stichen genäht. Der Eingriff dauert etwa zehn Minuten in Kurznarkose. Anschließend wird die Blase auf Restharnbildung durch Ultraschall überprüft. Denn hin und wieder kommt es zu Entleerungsstörungen, die bei operationsnaher Diagnose noch gut korrigiert werden können. Daher erklärt sich der stationäre Aufenthalt.

Retrosymphysäre Schlingen (RS)

Hier geht der Weg hinter dem Schambein (Symphyse) entlang. Unterhalb der Harnröhre wird in die Scheide ein klein wenig eingeschnitten. Ein leicht gebogener Spieß wird eingebracht und vorbei an der Blase durch- und kurz oberhalb des Schambeins wieder herausgeführt ohne ihn herauszuziehen. In gleicher Weise wird auf der gegenüberliegenden Seite verfahren. Nun liegen beide Spieße im Stichkanal. Mit Hilfe einer Kamera, die mit einem dünnen Stab in die Harnblase eingeführt wird, kann der Operateur kontrollieren, ob er die Blase verletzt hat. Dies ist eine Komplikation, die nicht problematisch ist, solange man sie entdeckt. Ist alles in Ordnung so wird an beiden Enden der Spieße das Band befestigt. Nun werden die Spieße aus dem Stichkanal herausgezogen und das Band kommt unterhalb der Harnröhre zum Liegen. Nach Naht der Einstichwunde ist die Operation beendet. Auch hier muß die Blase später auf der Station auf Restharn untersucht werden.

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