Senkungsoperationen
Durch Ausrisse in der Scheidenaufhängung kann sich vorne die Blase (Cystocele) im mittleren Bereich der Dünndarm (Enterocele) und hinten der Enddarm (Rectocele) nur noch von der Scheidenhaut bedeckt in die Scheide hineinwölben. Dies kann so ausgeprägt sein, dass sich die Senkungen aus der Scheide herausdrücken im schlimmsten Fall kann sie sich wie ein Strumpf nach außen wenden.
Diese Operationen sind weitaus komplizierter als die Inkontinenzoperationen. Wir können an dieser Stelle daher nur andeutungsweise das Prinzip der verschiedenen Verfahren erläutern.
Die Defekte der Scheidenhaut können durch künstlich hergestellte Netze gedeckt werden. Die Ränder werden an Gewebe (Knochen, Straffe Sehnen) befestigt, die trotz aller Bindegewebsschwäche von relativ hoher Stabiltät sind. Seitlich sind dies die Muskelhüllen des Beckenbodens. Nach hinten zum Scheidengrund Bänder zwischen Steiß- und Sitzbein. Eine Operation durch die Bauchdecke eröffnet eine Befestigungsmöglichkeit am Kreuzbein direkt. Meist werden künstlich hergestellte Netze mit hervorragender Festigkeit und Körperverträglichkeit an diesen Strukturen befestigt und mit der gegenüberliegenden Seite verspannt.
Anschließend wird die Scheide mit Stoffgaze austamponiert um die Scheidenhaut an die implantierten Netze zu drücken. Da eine Blasenentleerung nun nicht möglich ist, wird zur Überbrückung ein Blasenkatheter durch die Bauchdecke eingeführt. Anschließend muß die Blase in einer speziellen Weise trainiert werden. Parallel ist eine Antibiose erforderlich. Dies und der hohe Aufwand während der Operation erklärt den stationären Aufenthalt von ein- bis zwei Wochen.
An dieser Stelle ein sehr wichtige Bemerkung.
Senkungen und Inkontinenz sind sehr oft kombinierte Krankheitsbilder. Operationen in diesem Bereich können das Gleichgewicht zwischen den Kräften, die die Scheide nach hinten ziehen und jene, die die Harrnröhre stützen empfindlich stören. Da wir nicht wissen wie die Implantate einheilen und wie ausgeprägt die Narbenbildung sein wird, können Senkungs- und Inkontinenzoperationen nur in äußerst seltenen Fällen gleichzeitig durchgeführt werden. Daher wird zuerst die Senkung behoben und die Abheilung für mindestens drei Monate abgewartet. Erst dann können wir die Verhältnisse endgültig beurteilen. Abhängig von den Beschwerden kann dann die Inkontinenz angegangen werden. Seien Sie also nach einer Senkungsoperation nicht enttäuscht, wenn Sie den Urin nicht sicher halten können.
Konventionelle Operationstechniken bei Descensus
Die abdominalen Verfahren nämlich- Faszienzügelfixation nach William-Richardson,
- direkte (Faden-) Sakrokolpopexie,
- Vaginaefixatio sacrospinalis, abdominalis nach Amreich (I),
- abdominale Zystocelenkorrektur,
- paravaginale Defektreparatur nach Richardson
- Vaginaefixatio sacrospinals vaginalis Richter und
- Vaginaefixatio sacrotuberalis vaginalis Amreich (II)
Netzunterstützte Operationstechniken bei Descensus
- Anterior virginal repair
- Einfacher posteriorer vaginal repair bei caudalem Defekt
- Hoher posteriorer vaginal repair mit /ohne Vaginaefixatio
- abdominale netzunterstützte Sakropexie
- Brückenplastik nach Petros
- Infracoccigyeale Sakropexie nach Petros und dann
- die 4-Punkt-ATOM-Implantion,
- die 6-Punkt-ATOM-Implantion und
- die 4-Punkt ATOM-unterstützte Sakropexie
