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„Wann fährt der nächste Bus?“

26.04.2007 09:39

Auf den ersten Blick erscheint die Bushaltestelle auf dem Flur des Wohnbereiches A3, wo 23 Menschen mit demenziellen Erkrankungen leben, ein wenig merkwürdig. Doch Benedicta Wendler, Heimleiterin des Gerontopsychiatrischen Zentrums der SCIVIAS Caritas gGmbH in Kiedrich, und Florian Giering, seit sieben Monaten Zivildienstleistender in der Einrichtung, sind sich einig: Die Bushaltestelle als Teil des biografieorientierten Konzeptes bewährt sich.

Dieses Konzept fördert die Alltags- und Lebensweltorientierung und hat das Ziel, über ausgewählte Aktivitäten und Einrichtungsgegenstände bestimmte Fähigkeiten des Alltags zu stabilisieren, zu erhalten, oder wie in den meisten Fällen, Erinnerungen zurückzuholen. „Wir versuchen, die Bewohner, die ja überwiegend in ihrer eigenen Welt leben,  über körperliche Empfindungen und Gefühle zu erreichen. So soll die Bushaltestelle, auch wenn sie nur auf dem Flur und nicht an der Straße steht, ein Stück Realität vermitteln", erläutert Benedicta Wendler. Seit Anfang April hat die Bushaltestelle ihren festen Platz im Gerontopsychiatrischen Zentrum gefunden. Und die Bewohner nehmen das Angebot an: Sie setzen sich an die Haltestelle, knüpfen Kontakte und erinnern sich an früher.
 
„Dabei war eine Bushaltestelle als Einrichtungsstück im Wohnbereich anfangs überhaupt nicht geplant" so Benedicta Wendler. „Als ich von ähnlichen Projekten anderer Heime erfuhr, war ich von der Idee begeistert", erzählt Florian Giering, der sich sofort auf die Suche nach einem Sponsor machte. Er wurde schnell fündig bei der ESWE Verkehrs GmbH in Wiesbaden, die sofort und ganz unbürokratisch bereit war, das nötige Inventar für eine Bushaltestelle zu sponsern.

„Wir sind der ESWE Verkehrs GmbH sehr dankbar für diese großzügige Spende, denn heutzutage scheint es nicht mehr selbstverständlich, anderen unter den Arm zu greifen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten", so Benedicta Wendler und Florian Giering.

 

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