Startseite > Presse > Presse Details

Urogynäkologie bekommt mehr Gewicht

04.12.2009 10:44

- Umstrukturierung der Abteilung für Frauenheilkunde am SCIVIAS Krankenhaus St. Josef - Geburtshilfe wird zum 1. Januar 2010 geschlossen

Rüdesheim, den 4. Dezember 2009.- Das SCIVIAS Krankenhaus St. Josef in Rüdesheim wird zum 1. Januar 2010 seine Abteilung für Frauenheilkunde umstrukturieren. Die Urogynäkologie wird gestärkt und weiter ausgebaut, die Geburtshilfe wird geschlossen. Damit trägt die Klinik der wachsenden Bedeutung des Rekonstruktiven Beckenbodenzentrums Rüdesheim (BZR) Rechnung. Die Bekanntheit des BZR unter der Leitung von Chefarzt Dr. Armin Fischer am Rüdesheimer Krankenhaus wächst stetig und wird durch den neuen Chefarzt für Chirurgie Dr. med Christof Brammer, der am 1. Dezember seine Tätigkeit aufgenommen hat, sein Angebotsspektrum noch erweitern können. Hierüber informierten heute Ullrich Wehe, Geschäftsführer der SCIVIAS Caritas gGmbH, und Dr. med. Armin Fischer, Chefarzt der Abteilung für (Uro)Gynäkologie und Geburtshilfe am SCIVIAS Krankenhaus St. Josef.

„Die Entscheidung, kurzfristig in Rüdesheim keine Geburtshilfe mehr vorzuhalten, fiel uns nicht leicht", so Geschäftsführer Ulrich Wehe. Doch die ärztliche Situation in Deutschland habe keine andere Möglichkeit gelassen. „Wir suchen seit Monaten händeringend nach Gynäkologen", ergänzte Chefarzt Dr. Armin Fischer. Von sechs Gynäkologen-Stellen seien derzeit in Rüdesheim nur 2,6 besetzt. Anderen Kliniken ginge es nicht anders. „Es ist leider nicht möglich, ohne das entsprechende ärztliche Personal die für die Geburtshilfe erforderliche Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft zu gewährleisten", so der Chefarzt. Hinzu kämen weitere Gründe, etwa die demografische Entwicklung, aber auch die Bevölkerungsstruktur im Rheingau. „Es ist auch wirtschaftlich nicht leist- und vertretbar, einen Apparat aufrecht zu erhalten, der 500 Geburten vorsieht, wenn nur 200 Geburten im Jahr erfolgen", ergänzte Ullrich Wehe.

Der Ausbau der Urogynäkologie sei im Rahmen der Umstrukturierung des Krankenhauses dagegen nur folgerichtig. „Wir erweitern neben der Urogynäkologie noch weitere Bereiche, wie die Fuß-, die orthopädische und die laparoskopische Chirurgie", informierte Ullrich Wehe. Dies seien die Bereiche, in denen es großen Bedarf gebe. „Die Anfragen von Ärzten und Patienten steigen hier stetig." Um diesen neuen Herausforderungen gewachsen zu sein, werde Mitte Dezember die Unternehmensberatung Porsche Consulting die Abläufe im Operationsbereich analysieren. „Wenn wir mehr Operationen anbieten als bisher, sind optimierte Abläufe sehr wichtig", so Dr. Fischer.

Es werde im Rahmen der Umstrukturierung keine betriebsbedingten Kündigungen geben. „Wir haben allen Mitarbeiterinnen alternative Arbeitsplätze angeboten", sagte der Geschäftsführer. Auch über die Nutzungsumwidmung der Geburtshilfe, die im Neubau vorgesehen war, sei bereits mit dem Sozialministerium gesprochen worden: „Wir können in dem dort vorhandenen Sectio-OP Eingriffe vornehmen und dadurch unsere Operationssäle entlasten."

 

Zurück