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„Hilfe zur Selbsthilfe“

19.05.2008 09:30

Möglichst eigenständig zu leben und Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags zu erhalten, wünschen sich viele Menschen, die aufgrund einer seelischen Behinderung in einem Wohnheim leben. Die SCIVIAS Caritas gGmbH hat nun ihr Angebot erweitert und bietet neben der klassischen Betreuung in den Heimen des Valentinushauses auch das Betreute Wohnen an. „Wir sind mit zunächst sechs Plätzen gestartet und werden unser Angebot je nach Bedarf weiter ausbauen", so Geschäftsführer Ullrich Wehe. „Wir bieten unsere Unterstützung erwachsenen seelisch behinderten Menschen an, die vorübergehend oder auf Dauer Hilfe und Unterstützung benötigen, um in ihrem persönlichen Umfeld ein eigenständiges Leben zu führen." Durch das Angebot des Betreuten Wohnens sei auch Bewegung im Wohnheim Haus Maria und der Außenwohngruppe Haus Josef entstanden, so dass in beiden Häusern freie Plätze angeboten werden können.
 
Das Angebot des Betreuten Wohnens richtet sich an Menschen mit Psychosen, affektiven Störungen und Persönlichkeitsstörungen, Borderline, schweren Neurosen oder seelischen Störungen als Folge somatischer Grunderkrankungen. Zu den Voraussetzungen zählt, dass der Interessent nicht gravierend hilfebedürftig ist, er ein Mindestmaß an lebenspraktischen Fähigkeit mitbringt und bereit ist, mit einer Betreuungsperson zusammenzuarbeiten Akute Selbstmordgefährdung, Suchterkrankungen oder körperliche Pflegebedürftigkeit schließen eine Teilnahme am Betreuten Wohnen aus.
 
Menschen, die ins Betreute Wohnen wechseln, werden von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SCIVIAS Caritas gGmbH betreut, die rund um die Uhr erreichbar sind. Zu sozialpsychiatrischen Betreuung werden auch Einrichtungen und Dienste der SCIVIAS Caritas genutzt. Zusätzlich gibt es eine enge Kooperation mit der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle und der Tagesstätte für seelisch Behinderte in Eltville.
 
Vor der Aufnahme ins Betreute Wohnen wird gemeinsam mit dem Klienten, also dem Interessenten am Betreuten Wohnen ein Hilfeplan erarbeitet, in den behandelnde Ärzte, betreuende Personen und gegebenenfalls auch Angehörige mit einbezogen werden. Nach der Genehmigung der Maßnahme durch den Kostenträger und dem Umzug ins Betreute Wohnen wird der Hilfeplan, der auch die Betreuungsziele enthält, zusammen mit dem Klienten regelmäßig überprüft und ergänzt.
Das Ziel des Betreuten Wohnens ist, den Betroffenen wieder dauerhaft in die Gesellschaft zu integrieren und ihn zu befähigen, sein Leben in den zentralen Lebensbereichen Wohnen, Arbeiten, Partnerschaft und Freizeit selbstständig und eigenverantwortlich zu gestalten. Hierfür gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote, die sich an dem Grundsatz der „Hilfe zur Selbsthilfe" orientieren. Begleitung bei der Bearbeitung von Konflikten, Stärkung der Persönlichkeit, Unterstützung beim Aufbau tragfähigen sozialer Beziehungen sowie beim Umgang mit Geld oder die Hinführung zu einer eigenständigen Haushaltsführung gehören ebenso zur Betreuung wie die Hilfestellung in Krisensituationen. In Extremsituationen kann der Klient für eine begrenzte Zeit in den Wohnheimbereich wechseln.
 
Das Betreute Wohnen ist als Einzel-, Paar- und Gruppenwohnen möglich und ist auch für Menschen offen, die bislang nicht in einem Wohnheim lebten, etwa für Menschen, die noch in der Familie wohnen und eine Verselbstständigung planen.
 
Ansprechpartnerin für das Betreute Wohnen der SCIVIAS Caritas gGmbH ist Andrea Zander, Leiterin des Wohnheims Haus Maria, Telefon: 06123/603 130, Mail: Zander@scivias-caritas.de

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