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20 Jahre Bassenheimer Hof

06.09.2008 09:33

25 Männer und Frauen, die in zwei Wohngruppen des Bassenheimer Hofes leben, haben heute das 20jährige Bestehen ihres Wohnheims für Menschen mit einer geistigen Behinderung gefeiert. Zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Angehörigen und Betreuern kamen die Bewohner im Festsaal der SCIVIAS Caritas gGmbH zusammen, um bei Kaffee und Kuchen zu erzählen und ihre Arbeiten zu präsentieren, die im Team Tagsstruktur entstanden sind. Neben der geistigen Behinderung haben einige von ihnen weitere Behinderungen, wie psychotische Erkrankungen, Verhaltensauffälligkeiten oder Seh- und Gehbehinderungen.
Der Bassenheimer Hof war 1988 in Trägerschaft der Stiftung St. Valentinushaus als  Wohnheim für Patienten mit geistiger Behinderung eröffnet worden, für die kein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig ist. Das denkmalgeschützte Haus bietet derzeit 16 Frauen und neun Männern einen Lebensraum in Wohngruppen oder in Apartments. Die soziale
Eingliederung sowie weitere Hilfen erfolgen auf der Basis individuell erstellter und
kontinuierlich angepasster Betreuungspläne. „Wir begleiten die Bewohner je nach ihrer Fähigkeit auf dem Weg zur eigenständigen Alltagsbewältigung. Die Arbeit mit den Bewohnern ist in erster Linie pädagogisch-therapeutisch ausgerichtet", so Detlef Müller, der Leiter des Bassenheimer Hofes. „Qualifizierte Mitarbeiter unterstützen die Bewohner,
größtmögliche Selbstständigkeit zu erlangen, eigenverantwortlich Aufgaben zu bewältigen und Zukunftsperspektiven zu entwickeln." Die Bewohner sind in hauseigenen Bereichen der SCIVIAS Caritas gGmbH, etwa der Beschäftigungs- und Arbeitstherapie tätig, oder aber in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Einige Bewohner leben als Rentner in dem traditionsreichen Kiedricher Adelshaus, das vor rund 80 Jahren vom St. Valentinushaus erworben wurde.

Nach einer kostspieligen Restaurierung bot der Bassenheimer Hof ab 1927 Platz für eine Krankenstation und die Wohnung des Anstaltsgeistlichen. Während des 2. Weltkrieges wurde das gesamte St. Valentinushaus vom Wehrkreiskommando Wiesbaden als Reservelazarett genutzt. In dieser Zeit war der Bassenheimer Hof Wohnsitz der Ordensschwestern und einiger, als Hausangestellte ausgegebener, Menschen mit Behinderung. Im Mai 1945 wurde der ursprüngliche Betrieb des St. Valentinushauses im Bassenheimer Hof wieder aufgenommen.
1982 und 1988, vor der Eröffnung als Wohnheim, wurde das 1660 erbaute Haus innen und außen umfangreich renoviert. Innen sind besonders das Treppenhaus mit seiner Wendeltreppe und Balustrade und einige antike Möbelstücke ein Blickfang. An der Außenmauer trägt ein Wappen den Namen des Erbauers, des Mainzer Domprobstes, Adolf Hundt von Saulheim.

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